po polsku
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Das Putzen der Kleider.


Bald ist alles wieder sauber !
Wie werden die Flecken aus den Kleidern gebracht ?

In der 1810 in Düsseldorf und Straßburg erschienenen deutschen Übersetzung von Bardin's "Handbuch für Unteroffiziere und Corporäle der Infanterie; oder Inbegriff aller Vorschriften und Gebräuche, deren Kenntniß ihnen unentbehrlich ist. Herausgegeben mit Gutheißung S. E. des Kriegsministers, zum Gebrauche der Westphälischen Armee." steht auf S. 6 f. (. 6.):

Wie werden die Flecken aus den Kleidern gebracht ?

Wenn der Rock Fett-, Wein- oder Kothflecken, &c. hat, so braucht man fette Pfeifenerde, mit nühternem Speichel benetzt; läßt sie trocknen, reibt gelinde den Flecken, und klopft dann den Platz wieder aus. [Koth = Straßenschmutz]

Sind Theerflecken darin, so bestreicht man sie mit Butter, die sodann auf oben beschriebene Art wieder weggeschafft wird.

Die Kothflecken aus dem Scharlach [gemeint ist scharlachrotes Tuch] zu vertreiben, ist Zitronensaft sehr dienlich, oder, in Ermangelung desselben, Weinessig.

Wie putzt man das weiße Kleid ?

Man zermalmt spanische Kreide zu Staub, und mischt sie mit ganz trockener Kleye; damit bestreut man den Rock, welchen man auf einem Tisch auspannet; man reibt ihn mit einem Stücke Tuch; hernach schafft man diesen Staub weg, und schlägt mit dem Tuche alle Theile des Rocks, daß er überall gleich weiß wird; darauf klopft man den Rock wieder aus, bis keine Kreide mehr darin ist, und dann bürstet man ihn mit einer nur wenig harten Bürste aus.

Die oben beschriebene Art, das weiße Tuch zu putzen, wurde einst allgemein bey der Infanterie gebraucht; nur kann sie in so ferne schaden, daß sie das Tuch bald abnutzet. Der Paragraph 16, Titel 5, der Polizey-Vorschriften von 1792, sagt:

"Alle Kleidungsstücke sollen ausgeklopft, gebürstet und in der größten Reinlichkeit erhalten werden. Die Flecken sollen entweder mit Seife ausgeputzt werden, oder mit dem Putzsteine (pierre à détacher), den man mit reinem Wasser braucht, auf dem Flecken an der Luft trocknen läßt, und durch das gelinde Reiben des Tuches wieder wegschafft.

"Es ist ausdrücklich verboten die Kleider zu waschen, weil das der Erhaltung derselben zuwider ist.

"Die Reinlichkeit in dem weissen Tuche zu erhalten, ohne seiner Dauer zu schaden, braucht man nur Kleye, und zwar so wenig als möglich: der Gebrauch aller ätzenden Erd- und Kreide-Arten ist streng untersagt."

Das militärische Dictionnär der Encyclopädie gibt bey dem Artikel Kleidung eine Mischung an, von welcher man den Versuch machen kann.

"Man nimmt ein Pfund bläulicher Tonerde, die unter dem Namen Walkererde bekannt ist, und ein Pfund blanc de Troies; man zerreibt diese zwey Erdarten, benimmt ihnen den Stoff der Aetzkraft, den sie enthalten, indem man sie durch mehrere Wasser wascht; man mischt sie stark unter einander, schüttet zu diesem Gemische zwey Quentchen Weinsteinsalz und eine Unze Terpentin-Essenz; daraus macht man einen Teig, den man trocknen läßt und in Stücke von der Größe eines Eys zertheilt, wenn er halb trocken ist. Will man davon brauchen, so benetzt man den Flecken mit warmem Wasser und streicht auf dieses Wasser eine leichte Schichte von dieser zubereiteten Erde; nach Austrocknung derselben wird nichts vom Flecken mehr da und das Tuch nicht verbrannt sein."

Die Knöpfe und Schnallen werden mit zerstoßener Kreide geputzt. Man steckt, damit dieses Verfahren das Kleid nicht verderbe, die Knöpfe in ein dazu gemachtes Holz.



Martinet.
Eine rekonstruierte Klopfpeitsche [martinet].



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