français
en français



Vorstellung [bans de réception] neuer Dienstgrade.


Vorstellung neuer Caporaux und Unteroffiziere.

Im Jahre 1813 erschien in Paris die 4. Ausgabe des "Manuel d'Infanterie ou Résumé de tous les Règlemens, Décrets, Usages, Renseignemens, propres à cette Arme. Ouvrage adopté par décision de S. Exc. le Ministre de la Guerre pour l'instruction des Elèves de l'Ecole de Saint-Cyr." (Handbuch der Infanterie oder Zusammenfassung aller Reglements, Dekrete, Gebräuche und Hinweise für diese Waffe. Ein Werk, das aufgrund einer Entscheidung Seiner Exzellenz des Kriegsministers für die Instruktion der Eleven der Schule von Saint-Cyr verwendet wird.) Autor dieses Werkes war Etienne-Alexandre Bardin (1774-1841).

In diesem Werk (S. 201), und ebenso (S. 153 f.) im 1814 erschienenen "Cours d'Instruction à l'usage des élèves sous-officiers d'infanterie appelés à l'école de Fontainebleau, Définitivement arrêté par la Commission formée dans la Garde impériale pour cette rédaction." (Instruktions-Kurs für den Gebrauch der Unteroffizier-Eleven der Infanterie, die an die Militärschule von Fontainebleau berufen worden sind. Endgültig genehmigt von der Kommission, die für diese Redaktion in der Kaisergarde gebildet worden ist.) liest man:

203. - Öffentliche Verkündung [publication] der Vorstellung.

Die gültigen Reglements haben es unterlassen, die Form der Vorstellung der Unteroffiziere [sous-officiers] zu erwähnen. Hier, was das Reglement [ordonnance] vom 1. Juli 1788 vorgeschrieben hat:

Kein Caporal oder Unteroffizier [bas officier) kann seine Funktionen [fonctions], ausüben, bevor er vorgestellt worden ist. Der Kommandeur des Regiments gibt den Befehl hierzu, indem er den Tag und die Stunde bezeichnet (Art. 20).

Derjenige, der vorgestellt werden soll, ist unter Waffen und im Paradeanzug [en grande tenue]: er stellt sich vor der Mitte der Kompanie auf, zur Linken desssen, der ihn vorstellen soll, mit der Front zur Einheit.

Anmerkung. Die Kompagnie muß in Schlachtordnung [en bataille] formiert und unter Waffen sein, siehe Manuel pour le corps de l'infanterie (Handbuch für das Korps der Infanterie), gedruckt 1781, Kap. 4 und 5, Art. 1).

So formiert, nimmt derjenige, der ihn vorstellen soll, den Degen in die Hand und sagt mit lauter Stimme, dem Dienstgrad des Vorzustellenden entsprechend:

De par le Roi,
soldats (si c'est un caporal qu'on reçoit), caporaux et soldats (si c'est un sergent ou un fourrier), bas-officiers, caporaux et soldats (si c'est un sergent-major),
vous reconnoîtrez
(si c'est un caporal, sergent ou fourrier) le nommé (un tel); (et si c'est un sergent-major) le sieur (un tel);
pour caporal, pour sergent, pour fourrier ou pour sergent-major,
et vous lui obéirez en tout ce qu'il vous ordonnera en cette qualité pour le service du Roi. (art. 23)
[Auf Befehl des Königs,
Soldaten (wenn es ein Caporal ist, der vorgestellt wird), Caporaux und Soldaten (wenn es ein Sergent oder ein Fourrier ist), Unteroffiziere, Caporaux und Soldaten, (wenn es ein Sergent-Major ist)
ihr werdet anerkennen
(wenn es ein Caporal, Sergent oder Fourrier ist) den genannten (sein Name); (und wenn es ein Sergent-Major ist) den Herrn (sein Name);
als Caporal, als Sergent, als Fourrier oder als Sergent-Major,
und ihr werdet ihm in allem gehorchen, was er euch in dieser Eigenschaft für den Dienst des Königs befehlen wird. (Art. 23)]

Anmerkung. Man sagt heute pour le service de l'Empéreur et Roi. (für den Dienst des Kaisers und Königs.)

In der 2. Auflage seines Manuel d'infanterie, von 1808, S. 249 f., gab Bardin eine etwas andere Version der Worte bei der Vorstellung:

[Caporaux et] soldats (de telle compagnie),
vous reconnaîtrez
pour caporal le nommé B... [si c'est un caporal]; pour sergent le caporal B... [si c'est un sergent],
et lui obéirez en tout ce qu'il vous ordonnera en cette qualité pour le service de Sa Majesté.
[(Caporaux und) Soldaten (der soundsovielten Kompanie),
ihr werdet anerkennen
als Caporal den genannten B... (wenn es ein Caporal ist); als Sergent den Caporal B... (wenn es ein Sergent ist),
und ihr werdet ihm in allem gehorchen, was er euch in dieser Eigenschaft für den Dienst Seiner Majestät befehlen wird.]

Während der Revolution und des Konsulats wurden die Worte pour le service du Roi wahrscheinlich durch pour le service de la République ersetzt. Zumindest werden in einem "Projet de réorganisation des gardes nationales de la République" (Projekt für die Reorganisation der Nationalgarden der Republik), das am 28. Prairial des Jahres III [16. Juni 1795] vom Nationalkonvent genehmigt wurde, die folgenden Worte für die Vorstellung der Offiziere vorgeschrieben:

Citoyens, au nom du peuple français,
vous reconnaîtrez
le citoyen N... pour votre chef de bataillon,
et vous lui obéirez en tout ce qu'il vous ordonnera pour la sûrété des personnes, la garantie des propriétés et le service de la République ?
[Bürger, im Namen des französischen Volkes,
werdet ihr anerkennen
den Bürger N... als euren Chef de Bataillon,
und werdet ihr ihm in allem gehorchen, was er euch zur Sicherheit der Personen, der Garantie des Besitzes und für den Dienst der Republik befehlen wird ?]

Die Erwähnung der Sicherheit der Personen und der Garantie des Besitzes ist lediglich eine Besonderheit der Nationalgarden, da sie in den Städten den Wachdienst zu verrichten hatten.

Vorstellung der Offiziere.

In der 2. Auflage seines Manuel d'infanterie, von 1808, S. 250 f., zitiert Bardin aus Kapitel 4 und 5, Artikel 1 des "Manuel pour le corps de l'infanterie. Extrait des principales ordonnances relatives à l'infanterie françoise, & le plus journellement en usage, avec un détail historique sur son origine. Par un officier de dragons." (Handbuch für das Korps der Infanterie. Auszug aus den wichtigsten Reglements, die sich auf die französische Infanterie beziehen und in jügster Zeit in Gebrauch sind, mit einem historischen Abriß ihrer Ursprünge. Von einem Offizier der Dragoner.) Dieses Werk wurde 1781 veröffentlicht, sein Autor war Thiroux de Mondésir:

Vorstellung der Offiziere.

Sobald der Offizier, der vorgestellt werden soll, sich im Paradeanzug [en grande tenue], der Einheit oder Kompanie, der er zugewiesen werden soll, gegenüber aufgestellt hat, sagt der Kommandeur mit lauter Stimme:

De par Sa Majesté,
sous-officiers et soldats,
vous reconnaîtrez
M[onsieur]. B..., pour capitaine ou lieutenant (de telle compagnie),
et vous lui obéirez dans tout ce qu'il vous commandera en cette qualité pour le service de Sa Majesté.
[Auf Befehl Seiner Majestät,
Unteroffiziere und Soldaten,
ihr werdet anerkennen
Herrn B..., als Capitaine oder Lieutenant (von der soundsovielten Kompagnie),
und ihr werdet ihm in allem gehorchen, was er euch in dieser Eigenschaft für den Dienst Seiner Majestät befehlen wird.]

Vorstellung eines höheren Offiziers [officier supérieur].

196. Sobald das Regiment versammelt ist, bilden die Offiziere einen Kreis; hinter ihnen befinden sich die Unteroffiziere und die Tambours, welche einen dritten Kreis hinter dem der Sergenten bilden; diese Kreise sind konzentrisch (Manuel pour le corps de l'infanterie, Kap. 4). Der Kommandeur des Truppenteils und der Vorzustellende begeben sich mit den höheren Offizieren in die Mitte, und ersterer sagt mit lauter Stimme, nachdem das Trommelsignal Le Ban geschlagen worden ist:

De par Sa Majesté,
vous reconnaîtrez etc.
[Auf Befehl Seiner Majestät,
ihr werdet anerkennen etc.]

Doch wenn der vorgestellte Offizier einen höheren Dienstgrad hat als der des Offiziers, der ihn vorstellt, sagt der letztere, anstelle von vous reconnaîtrez (Sie werden anerkennen): nous reconnaîtrons (wir werden anerkennen), etc.

Aufgrund eines Tagesbefels [ordre du jour] vom 11. Oktober 1809, wurde ein Auzug aus dem "Réglement du service en campagne" (Reglement für den Dienst im Felde), vom 5. April 1792, für die Armee von Deutschland [Armée d'Allemagne] gedruckt. Dieser "Auszug" enthielt indessen einige Anordnungen, die sich im Reglement von 1792 nicht fanden, darunter auch dies hier:

Vorgehensweise [mode] und Formel [formule] für die Vorstellung der Offiziere aller Grade.

Bei der Vorstellung eines Generals [officier-général], läßt man für einen Général de Division die Divison die Gewehre präsentieren, und für einen Général de Brigade die Brigade; wenn es ein Colonel ist, läßt man das Regiment die Gewehre schultern, für einen Chef de Bataillon das Bataillon; für einen Capitaine seine Kompanie; für einen Lieutenant und einen Sous-Lieutenant ihre Sektion [section].

Nachdem das Trommelsignal Le Ban geschlagen worden ist, sagt man:

De par l'Empéreur et Roi,
(nommer les grades inférieures à celui de l'officier qui devra être reconnu)
vous reconnaîtrez,
Monsieur (le nom et grade) pour (désigner le nouveau grade)
et vous lui obéirez en tout ce qu'il vous commandera pour le service de Sa Majesté.
[Auf Befehl des Kaisers und Königs,
(es werden die Dienstgrade genannt, die unter dem des vorzustellenden Offiziers liegen)
ihr werdet anerkennen
Herrn (Name und Dienstgrad) als (der neue Dienstgrad wird genannt)
und ihr werdet ihm in allem gehorchen, was er euch für den Dienst Seiner Majestät befehlen wird.]

Man beendet die Bekanntmachung [Ban], und man befiehlt die Umarmung [accolade].

Weitere Aspekte der Vorstellung.

Pierre-Agathange Odier veröffentlichte 1818 in Paris anonym ein Buch mit dem Titel "De la Réforme dans la législation militaire." (Über die Reform in der militärischen Gesetzgebung.) Odier war 1774 geboren, trat in ein Freiwilligenbataillon des Departements Isère ein, wechselte aber dann in die Miltäradministration über und wurde als inspecteur aux revues in den Armeen von Italien, Deutschland und Spanien verwendet. In der Restauration wurde er sous-intendant militaire und zum Lehrer für Miltäradministration an der Königlichen Generalstabs-Schule (Ecole royale d'état-major) ernannt. Er starb 1825.

In seinem Werk macht Odier zahlreiche "neue" Vorschläge. Trotzdem ist es wahrscheinlich (wenn auch nicht bewiesen), daß es sich dabei teilweise auch um Gebräuche handelt, die er in der Armee beobachtet hatte. Zu den Vorstellungen (réceptions) schreibt er (S. 350 f.):

Über die Tüchtigkeit und die Belohnungen.

[...] Ein Grenadier, der aufgrund der Wahl des Caporals und generell aufgrund der Wahl aller Dienstgrade bis hinauf zum Colonel ausgewählt wurde, muß in der Gegenwart der Kompanie, aus der er kommt, und derer, in die er eintritt, vorgestellt werden, bei einer Parade mit der größtmöglichen Anzahl von Soldaten: Das Überreichen der Granate (als Patronentaschenbeschlag), des Pompons, des Federbuschs und der Epauletten durch seinen Chef machen seine Vorstellung aus.

Ein Caporal wird auf dieselbe Art und Weise vorgestellt, in Anwesenheit derselben Truppenteile, durch die Aushändigung der Tressen (galons) dieses Dienstgrades, und er wird mittels eines feierlichen Ban anerkannt.

Jeder Sergent wird auf dieselbe Art und Weise vorgestellt und anerkannt, in Anwesenheit der Hälfte des Truppenteils, zu dem er gehört.

Jeder Offizier wird in Anwesenheit des gesamten Truppenteils vorgestellt und anerkannt, seine vorherigen Dienste werden verlesen, und er empfängt die Umarmung (accolade).

Jeder Offizier und wer sonst zum Generalstab (état-major) gehört, wird auf dieselbe Art und Weise vorgestellt, wobei alle unterstellten Truppen versammelt werden.

Niemand darf seine Funktionen ausüben, der nicht vorher den Truppen mit den vorgeschriebenen Zeremonien vorgestellt wurde: Ein Tagesbefehl kann nicht von der Vorstellung befreien.



... zurück zur Startseite