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Das Bataillon ausrichten.


Die nachfolgende Instruktion findet sich auf den Seiten 4 und 5 der École de Bataillon (Bataillons-Schule) in den "Tableaux synoptiques des Manœuvres d'Infanterie. Par un Major d'infanterie." (Übersichts-Tafeln der Infanterie-Manöver. Von einem Major der Infanterie.). Der anonyme Major muß sein Werk, das ohne Datumsangabe in Straßburg bei Levrault erschien, vor dem 3. August 1815 verfaßt haben, als eine Verordnung des Königs die Zahl der Pelotons pro Bataillon auf acht statt wie bisher sechs festsetzte. In seinem Vorwort erwähnt der Autor ein Buch, das im Jahre 1810 erschien.

In seinem "Dictionnaire de l'Armée de Terre, ou Recherches historiques sur l'Art et les Usages militaires des Anciens et des Modernes." (Wörterbuch der Landstreitkräfte, oder historische Untersuchungen über die Kriegskunst und militärischen Gebräuche der Alten und Neueren.), nennt Étienne Alexandre Bardin einen gewissen HEFFMEYER als Autor (S. 349), und als Ort und Datum der Veröffentlichung: Paris 1815. Im Katalog der Bibliothèque Nationale de France wird die Autorschaft dagegen einem Lieutenant-Colonel LAVIGNE zugeschrieben, mit Paris (Magimel, Anselin et Pochard) und Straßburg (Levrault frères) als Orte der Veröffentlichung.

Dem Bataillon eine Haupt-Richtung geben.

Der Bataillons-Chef kommandiert:

1. Drapeaux et guides généraux - SUR LA LIGNE !
[1. Fahne und Haupt-Führer - auf die Linie !]

Was machen der Fahnenträger und die beiden Haupt-Führer ? Auf dieses Kommando begeben sie sich rasch vor die Front des Bataillons, machen Front nach rechts zum Bataillons-Chef, welcher sie mit einem Zeichen seines Degens hurtig auf die Direktions-Linie einrichtet, die er dem Bataillon geben will. Der Fahnenträger achtet darauf, seine Fahne senkrecht zwischen seinen beiden Augen zu tragen, die beiden Haupt-Führer heben ihre Gewehre senkrecht in die Höhe, mit dem Gewehrkolben nach oben.

Der Bataillons-Chef kommandiert darauf:

2. Guides - SUR LA LIGNE !
[2. Führer - auf die Linie !]

Guides - SUR LA LIGNE !
Guides - SUR LA LIGNE !
(Charlet, Costumes Militaires Français, Tafel 8.)

Was beachten die Peloton-Chefs des rechten Halb-Bataillons ? Auf dieses Kommando begeben sie sich auf den linken Flügel ihrer jeweiligen Pelotons, mit Ausnahem des Peloton-Chefs des dritten Pelotons, welcher ins zweite Glied zurücktritt, um dem Peloton-Chef des zweiten Pelotons Platz zu machen.

Die Peloton-Chefs des linken Halb-Bataillons rühren sich nicht.

Was machen die rechten Führer der Pelotons des rechten Halb-Bataillons ? Sie begeben sich flink auf die Direktions-Linie, machen Front zur Fahne, richten sich auf diese und den linken Haupt-Führer aus und achten darauf, sich genau vor die rechte Flügelrotte ihres jeweiligen Pelotons zu stellen.

Und die linken Führer der Pelotons des linken Halb-Bataillons ? Sie begeben sich gleichfalls auf die Direktions-Linie, machen Front zur Fahne, richten sich auf diese und den rechten Haupt-Führer aus und achten darauf, sich genau vor die linke Flügelrotte ihres jeweiligen Pelotons zu stellen.

Was müssen der Adjudant-Major und der Adjudant tun, wenn die Führer auf der Direktions-Linie ankommen ? Der Adjudant-Major verbessert, falls nötig, die Position der Führer des rechten Halb-Bataillons, der Adjudant die der Führer des linken Halb-Bataillons.

Nachdem diese Vorbereitungen abgeschlossen sind, kommandiert der Bataillons-Chef:

3. Sur le centre - ALIGNEMENT !
[3. Auf die Mitte - richt't euch !]

Auf dieses Kommando setzen sich alle Pelotons miteinander im ordinären Schritt in Bewegung, um auf die Führer zu marschieren. Die Soldaten des des rechten Halb-Bataillons wenden die Köpfe nach links, und die des linken Halb-Bataillons nach rechts.

Was müssen die Peloton-Chefs beachten ? Die des rechten Halb-Bataillons werfen den Blick nach rechts, um ihre jeweiligen Pelotons auf den rechten Flügelmann auszurichten, welcher an den Führer anstößt, und die des linken Halb-Bataillons richten gleichermaßen ihre jeweiligen Pelotons auf den linken Flügelmann, der an den Führer anstößt, aus, indem sie den Blick nach links werfen.

Welches ist die Hauptaufgabe des Adjudant-Majors ? Er richtet das dritte Peloton aus, welches auch das Fahnenpeloton genannt wird, und dessen Chef, wie wir oben gesehen haben, ins das zweite Glied zurückgetreten ist.

Wenn das Bataillon korrekt ausgerichtet ist, kommandiert der Bataillons-Chef:

4. Drapeau et Guides - A VOS PLACES !
[4. Fahne und Führer - eingetreten !]

Auf dieses Kommando begeben sich die Peloton-Chefs des rechten Halb-Bataillons rasch wieder auf den rechten Flügel ihrer jeweiligen Pelotons.

Der Fahnenträger, die Haupt-Führer und die Führer der Pelotons nehmen ihre gewöhnlichen Plätze in der Schlachtordnung wieder ein. Der Fahnenträger nimmt seine Fahne wieder an die rechte Hüfte.

[Anmerkung.] Die Peloton-Chefs müssen sich daran gewöhnen, ihre Peloton rasch auszurichten, indem sie die Nummern der Leute rufen, die sich nicht von selbst genau auf die Richtungs-Linie gestellt haben. Dabei erheben sie jedoch ihre Stimme nicht zu sehr, um keine Verwirrung in den benachbarten Pelotons zu verursachen.
La crosse en l'air.
Ein Sergent der Carabiniers, Leichte Infanterie,
das Gewehr mit dem Gewehrkolben in die Höhe.
(Charlet, Costumes Militaires Français, Tafel 22.)

Der Gewehrkolben in die Höhe.

Diese vorstehende Methode, das Bataillon auszurichten, ist ganz ähnlich in der Bataillons-Schule, Ns 534-543 des "Réglement concernant l'Exercice et les Manœuvres de l'Infanterie. Du Premier Août 1791." (Reglement über das Exerzieren und die Manöver der Infanterie, vom 1sten August 1791.) beschrieben. Doch fehlt dort unter anderem die Anweisung, daß die Guides Généraux ihre Gewehre mit dem Gewehrkolben in die Höhe halten.

Eine "Instruction provisoire, arrêtée par le Roi, Concernant l'Exercice et les Manœuvres de l'Infanterie. Du 20 mai 1788." (Provisorische Instruktion, vom Könige verfügt, über das Exerzieren und die Manöver der Infanterie, vom 20ten Mai 1788.) beschreibt eine ähnliche, doch nicht identische Methode, dem Bataillon eine Haupt-Richtung zu geben. Dort, in Titre IV: De l'Ecole de Bataillon. Cinquième partie: De la marche en bataille. Article 2: Arrêter le bataillon marchant en avant & s'aligner (Titel IV: Über die Bataillons-Schule. Fünfter Teil: Über den Marsch in Schlachtordnung. Artikel 2: Das vorwärts marschierte Bataillon anhalten & richten) findet sich eine Erläuterung, warum die Guides Généraus ihre Gewehre mit dem Kolben in die Höhe halten:

Wenn das Gelände uneben ist, müssen die beiden Guides des Bataillons das Gewehr mit dem Gewehrkolben nach oben hochnehmen, damit man sie leichter erkennen kann.

Während des Feldzuges in Rußland diente Adrien Jean Baptiste François Bourgogne als Sergent im Régiment de Fusiliers-Grenadiers de la Garde Impériale. Seine "Mémoires du Sergent Bourgogne (1812-1813), publiés d'après le manuscrit original par Paul Cottin." (Memoiren des Sergenten Bourgogne (1812-1813), veröffentlicht von Paul Cotti nach nach dem Originalmanuskript.) erschienen zum erstenmal in Buchform im Jahre 1898 in Paris. In der Schlacht von Krasnoje (Krasnyj), am 17. November 1812, tat Bourgogne Dienst als Guide Général. Er erzählt (S. 119):

Ich vergaß zu erwähnen, daß in dem Augenblick, als wir uns in Schlachtordnung stellten, der Colonel: "Drapeaux, guides généraux sur la ligne!" kommandiert hatte, und ich als der rechte Guide Général unseres Regiments fungierte. Doch wurde vergessen, uns wieder eintreten zu lassen, und da es mein Grundsatz war, immer auf meinem Posten, wo er auch sei, zu bleiben, stand ich für fast eine Stunde in dieser Position, den Kolben des Gewehres in die Höhe, und trotz der Kanonenkugeln, denen ich zur Zielscheibe dienen konnte, rührte ich mich nicht.

Während dieser Zeit, und als die russische Artillerie die stärkste Verwüstung in unseren Reihen anrichtete, überkam den Colonel ein dringliches Bedürfnis (natürliches Bedürfnis). Position und Ort waren nicht besonders für ein solches Unternehmen geeignet, doch, da die Angelegenheit drängte, machte er sich auf und zog sich sechzig Schritte hinter das Regiment zurück. Mit dem Rücken zum Feinde besorgte er in aller Ruhe sein Geschäft. Wenn ihn etwas störte, dann war es die Kälte, denn was die Russen anging, denen er als Zielscheibe diente, so ließ er sich nicht beirren, obwohl er sie gut sehen konnte. Erst, als er sich aus dieser Position wieder aufrichtete, kommandierte er: "Drapeaux et guides généraux à vos places!"



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